Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.
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Schwerpunkte der Arbeit des VGD

 

Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands, einziger Fachverband für die ca. 80.000 Geschichtslehrer und Geschichtslehrerinnen aller Schularten und Schulstufen, wurde 1913 in Marburg gegründet und 1949 in München wiederbegründet. Der Verband zählt gegenwärtig (Dezember 2008) 3400 Mitglieder, die sich auf 16 Landesverbände verteilen. Diese agieren auf Grund unseres föderalen Bildungssystems weitgehend selbstständig, der Bundesverband schreibt sich dabei eine koordinierende, initiierende und impulsgebende Funktion zu. Gemeinsam formulierte Grundlage zu Inhalt und Form des Geschichtsunterrichts in der Bundesrepublik Deutschland , die es zu erhalten bzw. durchzusetzen gilt, ist in der Mainzer Erklärung vom 22.Mai 2005 festgeschrieben. Ziel ist neben der kontinuierlichen Belegungspflicht ganz besonders die Sicherung von Wissenschaftlichkeit in der Ausbildung der Lehrer.

 

Zu den Aktivitäten des Verbandes gehören neben des klassischen Aufgaben der Interessens- und Fachvertretung die Herausgabe der Zeitschrift „Geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung“ (Wochenschau Verlag), die Mitveranstaltung des Deutschen Historikertages, die Pflege von internationalen Kontakten und die Organisation von Fortbildungen. Der Verband hat einen Sitz im Ausschuss des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands und arbeitet auch hier aktiv mit.

 

Über die genannten Aufgaben hinaus ist der Verband bestrebt, aktuelle Fragenbereiche der historisch-politischen Bildung gestaltend aufzugreifen und damit auch inhaltlich an einer Modernisierung des Faches mitzuwirken. Dazu sind seit dem Jahre 2002 in jeweiliger Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und finanziert von verschiedenen Stiftungen folgende Arbeitskreise gebildet worden:

 

Der Arbeitskreis „Bildungsstandards“ sucht ein Kerncurriculum historischer Bildung zu formulieren, das Grundlage für die Lehrpläne aller Bundesländer sein kann, sowie Kompetenzen, die am Ende der Sekundarstufen I und II erworben sein sollen. Ein Entwurf wurde 2006 veröffentlicht.

 

Der Arbeitskreis „Deutsch-jüdische Geschichte – integriert betrachtet“ sucht eine zeitgemäße und bisherige Zugänge ergänzende Sichtweise auf die Problematik zu formulieren, indem nicht ausschließlich Zeiten des Konflikts , sondern auch die fruchtbaren Phasen des Miteinander in den Blick gerückt werden sollen, wobei das Verhältnis von Juden und Christen im europäischen Kontext zu sehen ist. Eine erste Veröffentlichung dazu liegt vor. Der Arbeitskreis „Begegnung der Kulturen“ nimmt sich des Aspekts des Fremden in Geschichte und Gegenwart an und sucht konkrete Informationen und Anleitungen für den Umgang miteinander zu geben, indem insbesondere von Anlässen gegenseitigen Missverständnisses ausgegangen wird. Eine Veröffentlichung ist in Arbeit.

 

Der Arbeitskreis „Geschichte in medialer Vermittlung“ prüft Filme und elektronische Medien auf ihre Brauchbarkeit für die unterrichtliche Praxis und verleiht bei Eignung ein entsprechendes Qualitätssiegel, das zu Werbezwecken benutzt werden kann. Er wirkt auch aktiv an der Erstellung solcher Medien mit. Mehrere Produkte liegen bereits vor.

 

Der Arbeitskreis „Rundfunk/Fernsehen“ bewertet die Brauchbarkeit von Sendungen für den Unterricht, unterstützt bei Eignung die Bekanntmachung an den Schulen und entwirft begleitende didaktische Hinweise und Vorschläge. Es besteht eine formelle Kooperation mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), auf dessen Homepage Ergebnisse der Zusammenarbeit abrufbar sind.

 

Der Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“ sucht Lösungsvorschläge für eine stärkere Berücksichtigung der globalgeschichtlichen Dimension in den Lehrplänen zu erarbeiten, um damit die noch durchweg vorherrschende nationalgeschichtliche Sichtweise zu ergänzen. Eine Veröffentlichung ist in Arbeit.

 

Der Arbeitskreis „Internationale Zusammenarbeit“ unterhält die Kontakte zu EUROCLIO, aber auch zu Frankreich, Russland, China, v.a. aber zu den neuen EU-Ländern Osteuropas, ein Schwerpunkt der letzten Jahre. Der Arbeitskreis führt für den Verband internationale Veranstaltungen durch, in den letzten Jahren zum Thema: „Auf dem Weg zu einer europäischen Identität“ und nimmt an entsprechenden Veranstaltungen im Ausland teil.

 

Der Arbeitskreis „Deutsch-deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg“, der eine neue, gesamtdeutsche Sichtweise auf die Geschichte der beiden bis 1990 existierenden deutschen Staaten, hat seine Arbeit 2005 abgeschlossen. Die Publikation der Ergebnisse liegt vor.

 



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