Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.
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Peter Lautzas

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn sucht Zeitzeugen

 

Im Folgenden gibt der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands eine Anfrage und Bitte der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn weiter, die im Interesse aller historisch Interessierten liegen dürfte.

Die ehemalige Grenzkontrollstelle Marienborn an der BAB 2 von Hannover nach Berlin, heute ein Ort der Begegnung und der politischen Bildung, war die größte und bedeutendste Grenzübergangsstelle (GÜSt) an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Über sie wurde auch der gesamte Verkehr der westlichen Alliierten von und nach Berlin abgewickelt. Die Errichtung der alliierten Kontrollstelle Helmstedt/Marienborn erfolgte am 1. Juli 1945. Im Zusammenhang mit der Berlin-Blockade wurde die GÜSt Marienborn durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) für den Reiseverkehr und auch für die Alliierten geschlossen (24.6.1948 bis 12.5.1949). Nach Ausweisung einer 5-km-Sperrzone im Jahr 1952 baute die DDR dann die Kontrollstelle aus. Ein weiterer Ausbau erfolgte nach Errichtung der Berliner Mauer 1961, ein kompletter Neubau, der die Anlage erheblich erweiterte, in den Jahren 1972 bis 1974 auf einer Fläche von 35 ha in ca. 1,5 km Entfernung von der innerdeutschen Grenze. Nach Fertigstellung waren hier ca. 1.000 Bedienstete (Passkontrolleinheit, Zoll, Grenztruppen, Zivilbeschäftigte) eingesetzt. Ein ausgeklügeltes Überwachungssystem machte einen Fluchtversuch so gut wie unmöglich.

Am 13. August 1996 eröffnete der damalige Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner die in Trägerschaft des Landes Sachsen-Anhalt befindliche Gedenkstätte auf diesem Gelände. Die Besucherinnen und Besucher können sich das Gebiet anhand eines elektronisch gestützten Besucherleitsystems selbstständig erschließen oder die ehemaligen Funktionseinheiten PKW-Einreise und Kommandoturm während eines begleiteten Rundganges besichtigen. Im Dokumentations- und Informationszentrum informieren eine Dauerausstellung und eine Videovorführung über die historischen Zusammenhänge und Auswirkungen der deutschen Teilung. Als Ort der historisch-politischen Bildung bietet die Gedenkstätte vielfältige Bildungsangebote vom kostenlos begleiteten Rundgang über das Gelände der GÜSt, einführende oder vertiefende Filme im Gedenkstättenkino, fünf Multimedia-Stationen mit über 150 Kurzfilmen, Dauer- und Sonderausstellungen oder Seminare und vieles mehr.

Seit Mitte März 2005 hat das zunächst auf zwei Jahre angelegte Zeitzeugen-Projekt „Erinnerungen an die innerdeutsche Grenze“ die Arbeit aufgenommen. Ziel des Vorhabens ist es, Erinnerungen von Angehörigen betroffener Bevölkerungsgruppen zu dokumentieren. Es ist dabei insbesondere an folgende Zielgruppen gedacht:

Bewohner beiderseits der Demarkationslinie von 1945 bis 1990

Grenzgänger von Ost nach West zwischen 1945 und 1989

Angehörige der Grenztruppen, des Zolls und der Passkontrolleinheiten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR an der GÜSt Marienborn von 1945 bis 1990

Zivilbeschäftigte an der GÜSt 1945 bis 1990

Bewohner des Grenzsperrgebiets der DDR von 1952 bis 1989

aus der DDR in die Bundesrepublik bei Marienborn Geflüchtete (1949 bis 1989)

über die GÜSt in die BRD eingereiste DDR-Bürger (1949 bis 1989)

Transitreisende BRD - West-Berlin

Angehörige des Bundesgrenzschutzes, der niedersächsischen Grenzpolizei und des bundesdeutschen Zolls in und um Helmstedt

Bewohner des Zonenrandgebietes in Niedersachsen

ehemalige Politiker, Journalisten, Pfarrer, Unternehmer und weitere Angehörige der lokalen Eliten im niedersächsischen Zonenrandgebiet bei Helmstedt

aus der DDR in die Bundesrepublik Geflüchtete, die sich später im Zonenrandgebiet Niedersachsens ansiedelten

lokale Eliten aus dem Grenzgebiet der DDR in Sachsen-Anhalt

Angehörige der alliierten Besatzungsmächte, die die Transitstrecke nach West-Berlin nutzten oder im Raum Helmstedt stationiert waren.

 

Ansprechpartner:

Dr. Joachim Scherrieble,

Leiter der Gedenkstätte

Ursula Kühn, Projektmitarbeiterin

 

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

An der BAB 2

39365 Marienborn

Telefon: 039406/92090

Fax: 039406/92099

E-Mail: gedenkstaette@marienborn.de

 

Öffnungszeiten:

Dienstag - Sonntag 10.00 - 17.00 Uhr

(Eintritt frei)

 

Zu weiteren Gedenkstätten in den neuen Bundesländern vgl. Annette Kaminsky (Hrsg.): Orte des Erinnerns. Gedenkzeichen, Gedenkstätten und Museen zur Diktatur in SBZ und DDR. Forum Verlag Leipzig 2004.

 



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