Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.
VGDLandesverbändeSchwerpunkte der ArbeitAktuellMitteilungen"geschichte für heute"VeranstaltungenPublikationenGeschichtsunterrichtBildungsstandardsQualitätssiegel des VGDAusstellungenInternationale KontakteEuroclioServiceFördererKooperationspartnerSitemap
SucheKontaktImpressum

Grit Wolf

Lehrmaterialien zum Thema „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“

Eine Datenbank des Fonds „Erinnerung und Zukunft"

 

Um eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema NS-Zwangsarbeit im Unterricht anzuregen, stellt der Fonds „Erinnerung und Zukunft" auf seiner Homepage eine Datenbank zu „Unterrichtsmaterialien zum Thema NS-Zwangsarbeit" zur Verfügung. Die Datenbank bietet Informationen zu Lehr- und Lernmaterialien und regionalgeschichtlichen Untersuchungen, die auch die entsprechenden Quellen enthalten. Ferner werden Ausstellungen, Filme und Webseiten aufgelistet. Die Datenbank enthält insgesamt fast 800 Einträge. Da die besondere Relevanz der Thematik für den Unterricht in der Regionalität liegt, kann nach Ort, Region und Bundesland recherchiert werden. Alle Materialien sind kurz erläutert und ihre Erwerbsmöglichkeiten angegeben. Neben einer großen Anzahl von regionalen Angeboten gibt es auch Materialien, die sich bundesweit zur Unterrichtsvorbereitung eignen. Diese werden im Folgenden kurz vorgestellt.

 

Sehr umfangreich ist eine DVD-ROM der Matthias-Film GmbH in Stuttgart (E-Mail: info@matthias-fllm.de ). Die DVD enthält einen Spielfilm über das Schicksal des polnischen Zwangsarbeiters Walerjan Wrobel. Das Beispiel wurde gewählt, um die Verwicklungen der Justiz in das NS-System zu dokumentieren. Nicht nur im Fall Walerjan Wrobel stand das Urteil bereits vor der Gerichtsverhandlung fest. Der Junge wurde hingerichtet, weil er (in der Hoffnung nach Hause abgeschoben zu werden) eine Scheune anzündete. Neben dem Film findet man auf der DVD-ROM methodische Hinweise zum Einsatz des Films in verschiedenen Unterrichtsfächern, viele Arbeitsaufträge zu unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten, Unterrichtsvorschläge für eine oder zwei Stunden und Anregungen zur Durchführung einer Projektwoche. Weiteres Zusatzmaterial sind: Informationen und Extras zu einzelnen Filmkapiteln, Archiv- und Bilddokumente, Zeitzeugeninterviews, Lexikonartikel und Medientipps.

 

Im Rahmen des von der Körber-Stiftung 1982 durchgeführten Schülerwettbewerbs zum Thema „Kriegsalltag im Nationalsozialismus" entstanden zahlreiche Beiträge, die u.a. auch den Einsatz von Zwangsarbeitern zum Gegenstand hatten. Seit dem Jahr 2000 gibt die Körber-Stiftung wettbewerbsbegleitend Unterrichtsideen heraus (Reihe „Unterrichtsideen"). Man findet im Lehrerheft zum Thema „Migration und Integration" aus dem Jahr 2002 auch zwei Unterrichtsideen zur NS-Zwangsarbeit. Die Anregungen für beide Sekundarstufen enthalten jeweils ein Schülerarbeitsblatt mit Bild- und Textquellen zu den Aspekten des Arbeitseinsatzes französischer Kriegsgefangener sowie der Ausbeutung polnischer Zwangsarbeiter. Auf einer separaten Seite gibt es Lehrerinformationen, Arbeitsaufträge, Literaturangaben und Tipps für den Fortgang der Stunde.

 

Im Jahr 2003 initiierte die Brücke/Most-Stiftung ein eindrucksvolles Zeitzeugenprojekt mit ehemaligen tschechischen Zwangsarbeitern. Die Stiftung vermittelt Zeitzeugen an deutsche Schulen und hilft bei der Vorbereitung der Besuchsprojekte. In der umfangreichen Webpräsenz des Projektes findet man Arbeitsblätter zur Vorbereitung von Zeitzeugenbesuchen, Literaturhinweise und viele weitere Tipps und Angebote (www.zeitzeugen-dialog.de ). Auf Grundlage ihrer Arbeit mit den Zeitzeugen entwickelte die Stiftung im letzten Jahr eine CD-ROM für den Unterricht der Sekundarstufe I. Die CD-ROM schildert fiktive, aber typische Schicksale tschechischer Zwangsarbeiter. Schüler können sich die Lebensgeschichten der Zwangsarbeiter und historische Hintergrundinformationen interaktiv erschließen.

 

Das thematisch umfassendste Material zu NS-Zwangsarbeit entwickelte Christian Heieck. Das Heft: „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus - Noch unser Problem?!" (Verlag an der Ruhr 2003) bietet über 40 Arbeitsblätter für die Sekundarstufen I und II. Es bietet im ersten Teil Informationen zu historischen Sachverhalten, der zweite Teil problematisiert die Entschädigungsdebatte. Die Arbeitsblätter können zur Erarbeitung, Vertiefung und Kontrolle von Wissen eingesetzt werden. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Darstellung des Schicksals osteuropäischer Zwangsarbeiter, jedoch wird auf Vergleichsaspekte großen Wert gelegt. So werden verschiedene Lagerformen (Arbeitslager, Straflager, Konzentrationslager) gegenübergestellt und Unterschiede zwischen Zivilarbeitern und Kriegsgefangenen und auch zwischen ost- und weseuropäischen Arbeitern herausgearbeitet. Die Entschädigungsdebatte wird sowohl m ihrer historischen Entwicklung als auch in der politischen Diskussion (Stand 2003) dargestellt.

 

Die vorgestellten und über 60 weitere Unterrichtsmaterialien findet man auf den Internetseiten des Fonds „Erinnerung und Zukunft":

www.fonds-ez.de/zwangs-arbeiter_und_andere_ns_opfer/datenbank_ Unterrichtsmaterialien/

 

Hinweise auf weitere Unterrichtsmaterialien, Ausstellungen, Stundenentwürfe o.a., die veröffentlicht und für alle Interessenten zugänglich sind, werden zur Aufnahme in die Datenbank gerne entgegen genommen.

 

Kontakt:

Grit Wolf M. A.

Fonds „Erinnerung und Zukunft"

Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft"

Markgrafenstraße 12-14

10969 Berlin

zukunftsfonds-wolf@gmx.net

 

 



Mit freundlicher Unterstützung durch

Cologne Digital Medienproduktion GmbH