Brückenbauer zwischen Deutschland und Tschechien
Das Angebot der Brücke/Most-Stiftung für Lehrkräfte
„Mit Ihrer Stiftung haben Sie ein Zeichen gesetzt, dass Versöhnung nicht von Erklärungen abhängt, sondern gelebt werden muss“, so der sächsische Ministerpräsident Prof. Georg Milbradt in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Prof. Helmut Köser. Vor zehn Jahren gründete dieser die Brücke/Most-Stiftung mit dem Ziel der Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit.
Fortbildungsangebote im Studienhaus der Stiftung
Der Hauptsitz der Stiftung befindet sich in Dresden-Blasewitz an der Elbe: eine alte Jugendstilvilla und zwei Neubauten sind das Brücke-Zentrum, die Bildungs- und Begegnungsstätte der Stiftung. Der Schwerpunkt der Tätigkeit der Stiftung spielt sich hier ab: durch das Jahr hindurch werden Seminare, Tagungen, Fortbildungen und Begegnungsprojekte organisiert. Eine der wichtigsten Zielgruppen sind dabei Lehrerinnen und Lehrer aus Deutschland und Tschechien, die gemeinsam zu interkulturellen, historischen und europapolitischen Themen fortgebildet werden. Außerdem werden hier praktisches Wissen und Fähigkeiten für das Management von Schulpartnerschaften vermittelt: von Methodenkenntnissen für internationale Jugendbegegnungen über Projektmanagement zu Fundraising für Schulkooperationen.
Die Brücke/Most-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit engagiert sich seit zehn Jahren mit einer Vielzahl von Projekten für die deutsch-tschechischen Beziehungen. In ihrem Tagungszentrum in Dresden finden u.a. Fortbildungen für Lehrkräfte statt - zu historischen wie aktuellen Themen, über Projektmanagement und interkulturelle Kommunikation oder zur Anbahnung von Schulpartnerschaften. Das Haus steht dabei auch Schulklassen und anderen Gruppen für ihre eigenen Seminare zur Verfügung. Mehr Informationen finden Sie unter
Zeitzeugenarbeit mit Holocaust-Überlebenden
Ein groß angelegtes Zeitzeugen-Projekt „Gespräche und Spuren“ setzt ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit Schulen. Im Rahmen des Geschichtsunterrichts gehen Schulklassen auf Spurensuche, wo in ihrer Stadt während des Krieges Orte des nationalsozialistischen Terrors waren, wie beispielsweise Sammel- und Arbeitslager oder Wohnhäuser, deren jüdische Bewohner deportiert wurden. Diese Spurensuche wird mit Hilfe der Brücke/Most-Stiftung durch ein Zeitzeugengespräch ergänzt: ein tschechischer Holocaust-Überlebender besucht die Klasse und erzählt von seinem Schicksal. Hier wird Geschichte greifbar und verständlich - für die Jugendlichen wie für die alten Menschen ein Gewinn.
Prager Anlaufstelle für Schulklassen
Auch die Prager Dependance der Stiftung arbeitet mit den Überlebenden zusammen, von denen viele in der tschechischen Hauptstadt ansässig sind. Denn das hier angesiedelte In-formations- und Kontaktbüro der Brücke/ Most-Stiftung organisiert pädagogisch fundierte, themenorientierte Programme für deutschsprachige Schulklassen mit Reiseziel Prag und Tschechische Republik. Das Programm der Reise wird jeweils individuell auf die Gruppe zugeschnitten - für einen Leistungskurs Geschichte etwa, der sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen möchte, wird eine Führung durch das ehemalige Konzentrationslager Theresienstadt organisiert, die Schüler können an einem Zeitzeugengespräch teilnehmen oder einen Vortrag zum Thema hören. Das Büro organisiert Programme auch zu anderen Themen wie Wirtschaft, Politik, Literatur u.v.m. Dazu gehört immer auch die Begegnung mit tschechischen Schülerinnen und Schülern, so dass ein gemeinsames Erlebnis der Jugendlichen möglich wird. Denn nur so kann Verständigung und Zusammenarbeit erfolgreich sein: über das gegenseitige Kennenlernen und gemeinsame Erleben.
Das Projekt, das unter der Schirmherrschaft des tschechischen Ministeriums für Schulwesen, Jugend und Sport steht, wird von der Robert Bosch Stiftung und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützt. Es hat sich zum Ziel gesetzt, das Wissen deutscher Jugendliche über das Nachbarland zu mehren und Kontakte zwischen Deutschen und Tschechen und so ein vertieftes Kennenlernen zu ermöglichen.
Tschechien, mit dem Deutschland die längste gemeinsame Grenze teilt, ist allgemein nur selten Inhalt des Unterrichts an deutschen Schulen. Dabei sind die historischen deutsch-tschechischen Beziehungen einerseits und die Entwicklung der Tschechischen bzw. Tschechoslowakischen Republik andererseits etwa seit dem frühen 20. Jahrhundert ein Lehrstück für vielerlei europäische Phänomene der Zeitgeschichte.
Das Angebot des Informations- und Kontaktbüros Prag richtet sich an Schüler/innen- bzw. Jugendgruppen aus allen deutschsprachigen Ländern ab dem 15. Lebensjahr. Aufgrund der individuellen Organisation ist eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Monaten wünschenswert, aber auch bei kurzfristigerer Anfrage sind wir Ihnen gerne behilflich. Für den Aufwand des Büros wird eine symbolische Kostenpauschale pro Teilnehmenden von 3 € (Organisation einer Programmeinheit) oder 7 € (Organisation mehrerer Programmeinheiten) erhoben. Die Infomappen, die alle wichtigen Informationen zu Prag enthalten, Restauranttipps, Kulturhinweise u.v.m. können für 2,50 € pro Stück erworben werden. Gegen eine Gebühr von 5 € bekommt die Lehrkraft im Vorfeld eine pädagogische Mappe zugesandt, die Materialien enthält, mit deren Hilfe sich die Klasse auf die Reise vorbereiten kann.
Informationen im Internet unter:
Kontakt:
Brücke/Most-Stiftung, Hauptsitz Dresden
Reinhold-Becker-Straße 5
01277 Dresden
Tel:+49/(0)351-43314-0
info@bruecke-most-stiftung.de