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Amazonen - Geheimnisvolle Kriegerinnen

 

Historische Museum der Pfalz

Speyer

 

5. September 2010 - 13. Februar 2011

 

 

Die Ausstellung widmet sich der Spurensuche nach dem sagenumwobenen Frauenvolk der Antike. Gespickt mit hochkarätigen, teils noch nie gezeigten, spektakulären Funden, spannt die Schau einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart. Der Sage nach sollen die kriegerischen Frauen vor den Toren Trojas gekämpft und auch die Stadt Athen belagert haben, ja sogar mit Alexander dem Großen zusammengetroffen sein. Seit nahezu 3000 Jahren existiert die Legende vom Volk der Amazonen. Der antike Dichter Homer lieferte uns im 8. vorchristlichen Jahrhundert die ersten schriftlichen Quellen. Seitdem hat die Sage von diesem gleichermaßen schönen wie grausamen Frauenvolk die Fantasie der Menschen beflügelt. Bis heute inspiriert die Vorstellung von Amazonen Künstler aller Genres. Wissenschaftler auf der ganzen Welt versuchen Beweise für die reale Existenz der antiken Kriegerinnen zu finden und gehen der Frage nach, ob hinter dem antiken Mythos doch eine historische Realität stecken könnte.

 

Im sibirischen Altai-Gebirge wurde unter einem Grabhügel die Bestattung einer jungen Kriegerin entdeckt – eine archäologische Sensation, die das Historische Museum der Pfalz erstmals in Europa der Öffentlichkeit zugänglich macht. In den Steppengebieten zwischen Osteuropa und Sibirien sind heute über zweihundert solcher Gräber bekannt. Neben den üblichen Beigaben wie Schminkutensilien und Schmuck wurden den Frauen Waffen – meist Pfeil und Bogen aber auch Lanzen, Schwerter und Dolche – mit ins Grab gegeben. An den weiblichen Skeletten lassen sich Verwundungsspuren sowie Abnutzungen vom ständigen Reiten und Bogenschießen nachweisen. Galten diese Frauen in der Antike als Amazonen? Inspirierte der Kontakt mit den Nomaden der eurasischen Steppen die Griechen zur Legendenbildung um ein kriegerisches Frauenvolk?

 

Herodots Beschreibungen der Sauromatinnen lassen sich anhand dieser Grabinventare jedenfalls eindeutig belegen. Darüber hinaus legen seine Ausführungen über die Ansiedlung der Amazonen in den Steppenregionen nordöstlich des Schwarzen Meeres nahe, dass hier historische und mythische Elemente zusammengeflossen sind. Schriftliche Zeugnisse zum Amazonenmythos in der nachantiken Zeit wie verschiedene Weltchroniken oder das „Buch von Troja“ aus dem Jahr 1479 berichten vom Volk der Amazonen, das von unterschiedlichen Königinnen angeführt wird. Diese Werke referieren meist die altbekannten Stereotype, die bereits bei Herodot, Diodor und anderen antiken Schreibern zu finden waren. Die klassischen Punkte sind die von denMännern separierte Lebensweise, das meist jährliche Treffen mit Männern zum Zweck der Fortpflanzung, das anschließende Behalten der Töchter und die Rückgabe der geborenen Söhne an ihre Väter bzw. die Tötung der männlichen Kinder, der Kampf mit Pfeil und Bogen, Streitaxt und Pelta, dem thrakischen Schild, die Reitkünste sowie die angebliche Verbesserung der Fertigkeiten beim Bogenschießen durch Ausbrennen oder Amputation der rechten Brust.

 

Die Besucher der Speyerer Sonderausstellung verfolgen die Geschichte der Amazonen anhand von einzigartigen Exponaten und großartigen Meisterwerken bis in die Gegenwart. Zu den Leihgebern zählen Museen aus Europa und Mittelasien. Die Bandbreite und Exklusivität der Objekte macht es möglich, das gesamte kulturhistorische Phänomen der Amazonen zu erfassen.

 

 

 





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