Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Altes Rathaus
9. Juli bis 6. Dezember 2009
Als ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 600-jährigen Bestehen der Universität Leipzig wird am 9. Juli die Jubiläumsausstellung „Erleuchtung der Welt. Sachsen und der Beginn der modernen Wissenschaften“ im Alten Rathaus zu Leipzig eröffnet.
Die zentrale Bedeutung, die man der Wissenschaft und der Bildung heute zumisst, geht auf die Epoche der Aufklärung des späten 17. und 18. Jahrhunderts zurück. In keinem Zeitraum war die Relevanz Mitteldeutschlands in diesem Bereich gewichtiger als damals. Sachsen war das Zentrum der Aufklärung im Deutschen Reich und Leipzig der Motor dieser Entwicklung. In der Ausstellung wird diese spannende Epoche ins Blickfeld gerückt, die in Sachsen Wesentliches zur Herausbildung der Moderne geleistet hat. So ist Leipzig die erste deutsche Universität, an der ein Lehrstuhl für Arabistik eingerichtet wurde. Auch in der Herausbildung weiterer Disziplinen wie Ökonomie, Montanwissenschaft, Chemie, Literatur- und Sprachgeschichte sowie Archäologie und Kunstgeschichte ist die Leipziger Hochschule prägend. Eng verknüpft ist die Geschichte der Universität auch mit dem Beginn der modernen deutschen Literatur, die zur Blüte des literarischen Lebens in Leipzig um 1800 führte. Lessing, Klopstock, Goethe und Schiller lebten und studierten in Leipzig und fanden in der Buchstadt ihre Verleger. Doch vor allem erfolgte die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse über Periodika, die von Leipziger Gelehrten herausgegeben wurden. Leipzig entwickelte sich zum Zentrum des deutschen Verlags- und Zeitschriftenwesens. Über 700 einzigartige und herausragende Objekte veranschaulichen das wissenschaftliche Denken und Arbeiten an der Alma mater Lipsiensis, stellen die Bezüge zwischen den verschiedenen Wissensbereichen her und zeigen das Zusammenwirken mit Stadt und Region auf. Wertvolle Leihgaben aus Bibliotheken und Museen ergänzen die Schätze aus den Universitätssammlungen und veranschaulichen die frühen internationalen Beziehungen der Universität. Die Ausstellung setzt sich zum Ziel, Bildung und Wissenschaft als Ganzes zu präsentieren und dabei die zentrale Rolle Leipzigs mit seiner Universität und seiner Bürgerschaft zu beleuchten. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Kustodie der Universität Leipzig, der Akademie der Sächsischen Wissenschaften und dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.
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