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geschichte für heute


Abstracts 2009-1

Übersetzungen von Sylvia Semmet, Speyer

Translations by Sylvia Semmet, Speyer

 




Daniel Siemens: Politik – die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Deutungskämpfe um den Ersten Weltkrieg in der politischen Kultur der Zwischenkriegszeit

Der Erste Weltkrieg prägte die politische Kultur der darauf folgenden zwei Jahrzehnte in komplexer Weise: Es waren weniger reale Erfahrungen aus der Kriegszeit als massenmedial vermittelte Bilder und populäre Narrative, die vor allem auf der Rechten handlungsleitend wurden und eines der Fundamente der nationalsozialistischen Diktatur bildeten.

 

Daniel Siemens: Politics – continuing the war with different means? Struggles for the interpretation of World War I in the political culture of the interwar period

The First World War coined the political culture of the following two decades in a complex way: Those aspects which became directive for people`s, especially right-wing, actions, could hardly be found among those shaped by real experience from wartimes but rather in images and popular narratives broadcasted by the mass media. Those impressions were to form a part of the basis of the National Socialist dictatorship.

 




Maria Würfel: Denkmäler im Geschichtsunterricht. Denkmal – Denkmäler – Denkmale: Ein Wortspiel?

Schwerpunkte des auf die unterrichtliche Umsetzung zielenden Beitrags sind Überlegungen zur didaktischen Begründung des Einsatzes von Denkmälern im Geschichtsunterricht sowie ein Modell zu deren Erschließung durch Schüler. Ergänzend werden Vorabinformationen zum Denkmal und seiner Sprache sowie zum kollektiven Erinnern vermittelt, ferner Anregungen zur Bildung von Denkmäler-Ensembles, zur Einbeziehung von Archiven und zum Transfer. Konkretisiert wird an Beispielen von vier Stuttgarter Denkmälern.

 

Maria Würfel: Memorials in history lessons. Memorial – memorials – Consider memorials – just playing on words?

This article, aiming at its practical realization in lessons, considers a possible didactic justification of the usage of memorials in history lessons and suggests a guideline enabling students to decipher them. It also presents some pre-information considering memorials and their language, as well as our collective memory, suggestions of the forming of memorial-ensembles, of the integration of archives and of the necessity of transfer. All these considerations will be put in concrete terms with the examples of four memorials near Stuttgart.

 




Ralph Erbar: Deutschland – einig Vaterland? Das Niederwalddenkmal bei Rüdesheim als Ausdruck des Nationalismus im Deutschen Reich

Das am 28. September 1883 eingeweihte Niederwalddenkmal bei Rüdesheim am Rhein zählt zu den größten und bedeutendsten Nationaldenkmälern des Kaiserreiches. Es hatte die Funktion, an die äußere Einigung des ersten deutschen Nationalstaates im Zuge des Deutsch-Französischen Krieges zu erinnern, darüber bewusstseinstiftend zu wirken und gleichzeitig zu mahnen, dass die innere Einigung zwölf Jahre nach der Reichsgründung immer noch zu leisten sei. Heute ist sich die Forschung allerdings weitgehend darüber einig, dass die Nationaldenkmäler die ihnen zugewiesene Wirkung weitgehend verfehlt haben. Für sie gilt daher in besonderem Maße, was für alle Quellen gilt, dass nämlich Intention und Realität keinesfalls gleichsetzt werden dürfen. Der Beitrag setzt ein mit dem gescheiterten Attentat des Anarchisten Friedrich August Reinsdorf auf Wilhelm I., analysiert die Form- und Bildersprache des Monuments und zeigt abschließend eine der vielen modernen Bearbeitungen der Germania auf.


Ralph Erbar: Germany – united fatherland? The Niederwald Memorial near Rudesheim as an expression of nationalism in the German Empire

The Niederwald Memorial near Rudesheim, inaugurated on September 28th , 1883, rates among the greatest and most important national monuments of the German Empire. It was its function to commemorate the exterior unification of the first German national state in the course of the Franco-Prussian War. It was also meant to remind people of the fact that the interior unification of Germany had, twelve years after the constitution of the empire, yet to be accomplished. Today historians widely agree, however, that national monuments have largely failed to serve that purpose. Therefore it is certainly true for memorials what holds true for all historical sources, namely that intention and reality must never be equaled. This article starts with the anarchist Friedrich August Reinsdorf`s assassination attempt on Wilhelm I, analyses design and imagery of the monument and finally shows one of the numerous modern adaptations of Germania. Translations by Sylvia Semmet, Speyer



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