Allgemeine Situation
Was zunächst die allgemeine Situation des Faches Geschichte betrifft, kann festgestellt werden, dass sich die Lage seit 2006 nicht wesentlich verändert hat. Trotz immer wieder vorhandener Befürchtungen und trotz der einen oder anderen gegenläufigen Tendenz in einzelnen Ländern kann sie insgesamt als stabil und gesichert angesehen werden. In einigen Fällen sind sogar Verbesserungen festzustellen. Dies ist angesichts der massiven Umbrüche, die wir zur Zeit im Bildungswesen erleben, besonders bemerkenswert, sollte uns aber nicht in den Zustand allzu großer Zufriedenheit versetzen. Wie schon im Anschreiben hervorgehoben, ist dabei zu berücksichtigen, dass die Folgewirkungen all der Veränderungen, die auf die Schule und auch unser Fach zukommen, gegenwärtig erst in vagen Konturen sichtbar sind: Die sehr veränderte Form der Lehrerausbildung, - in der Intention größerer Praxisnähe zu begrüßen -, ein Zentralabitur in vielen Ländern neu, die Einführung von Standards in den Ländern, dabei auch für Geschichte (wenn auch nicht auf Initiative der KMK), die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre, zunehmende Eigenständigkeit der Schulen, – und alles zugleich –, das sind tiefgreifende Einschnitte in das herkömmliche Schulsystem. Reformen dieser Art sind notwendig, da gibt es keinen Zweifel, in manchen Punkten sogar überfällig, jedoch müssen wir als Geschichtslehrer und besonders als Verband darauf achten, dass unser Fach auch unter diesen veränderten Verhältnissen weiterhin zum Kernbestand von Bildung gehört. Das scheint zur Zeit noch unbestritten, doch zeigen auch die beiden vergangenen Jahre, dass wir das nicht als selbstverständlich hinnehmen können, sondern wachsam die Entwicklungen verfolgen und entschieden bei den Kultusverwaltungen Einfluss nehmen müssen. Und das haben die Landesverbände, deren bedeutsame Rolle angesichts unseres föderalen Bildungssystems hier hervorgehoben werden soll, engagiert und erfolgreich geleistet. Auf Bundesebene wurden diese Bemühungen unterstützt durch die im Mai 2005 vom Hauptvorstand verabschiedete „Mainzer Erklärung“, in der noch einmal die Kernforderungen unseres Verbandes in Erinnerung gebracht und bekräftigt wurden (vgl. Ziff. IV).
Punktuelle Misserfolge dürfen wir nicht überbewerten. Insgesamt kann sicher festgestellt werden, dass das Fach Geschichte in nahezu allen Ländern bei den Verantwortlichen durchaus angemessene Wertschätzung genießt. Ein gewisses Problem stellt die immer unübersichtlich werdende Situation und die häufiger zu beobachtenden Sonderlösungen in den Ländern dar. Dies erfordert unsere höchste Aufmerksamkeit und Kommunikation untereinander, darüber hinaus in dem Rahmen, der uns möglich ist, Gegenmaßnahmen in Form von zunächst länderübergreifenden und vergleichenden Zusammenstellungen zur Information, dann aber möglichst auch in Form von konkreten Vorschlägen. Ein schon immer bewährtes Mittel der Einflussnahme bestand und besteht darin, durch aktive Teilnahme an der Arbeit in Fachdidaktischen Kommissionen unsere Vorstellungen zur Geltung zu bringen. Diese Möglichkeit ist in den Landesverbänden durchweg erfolgreich wahrgenommen worden.
Aus der dargelegten Situation ergibt sich mehr als je zuvor die dringende Forderung nach einer möglichst großen öffentlichen Präsenz. Diesem Aspekt der Verbandsarbeit wurde in den letzten beiden Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt, v.a. durch folgende Maßnahmen (vgl. auch Ziff. VII b):
Von besonderer Bedeutung ist immer wieder der Deutsche Historikertag, auf dem auch hier in Dresden der Verband mit seinem wohl recht respektabel zu nennenden Angebot eindrucksvoll präsent ist.
Wichtig für die öffentliche Präsenz des Verbandes wurde in zunehmendem Maße eine werbewirksame Homepage(www.geschichtslehrerverband.de). Sie wurde kürzlich von Herrn Klaus Fieberg modernisiert und hat nun ein noch ansprechenderes Aussehen erhalten, vor allem aber ist sie nun in der Lage, größere Datenmengen aufzunehmen, was angesichts unserer zunehmenden Kontakte dringend erforderlich war. Es ist zu beobachten, wie intensiv – und positiv – diese elektronische Visitenkarte des Verbandes zur Kenntnis genommen wird. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung des Verbandes, den wir uns 2004 in Kiel vorgenommen hatten, getan.
Damit zusammenhängt auch die Frage einer stärkeren Öffnung, die sich der Vorstand ebenfalls zum Ziel gesetzt hatte. Weitere fördernde Mitglieder konnten in den vergangenen zwei Jahren gewonnen werden, sodass der VGD jetzt über ein ansehnliches Netzwerk angesehener Institutionen, die uns unterstützen, verfügt (vgl. Ziff. VI). Die Kontakte, die sich daraus zusätzlich ergeben, sind in der Regel von noch größerer Bedeutung als die jährlichen Zahlungen. Je wirksamer der Verband in Erscheinung tritt, desto mehr Geneigtheit zur Förderung findet er im Übrigen auch.
In dem Bestreben, die Bedeutung der Geschichte für die Gesellschaft zu verdeutlichen und damit auch die notwendige Ausstattung des Schulfaches anzumahnen, hat der VGD, um weitere Sympathisantenkreise zu erschließen, neben der fördernden Mitgliedschaft für Institutionen auch eine solche für natürliche Personen geschaffen. Sie wird erstmals auf dem Historikertag 2008 angeboten. Der Verband braucht dringend breite Unterstützung, über die Lehrerschaft hinaus. Wir hoffen, diese vor allem von Personen in wissenschaftlichen Einrichtungen, Museen, Archiven und anderen Institutionen, die sich mit Geschichte befassen, zu erhalten. 30 € jährlich, mit Bezug von „Geschichte für heute“ als Gegenleistung, könnten einen entsprechenden Anreiz darstellen. Es ist, denken wir, einsichtig zu machen, dass die personellen und institutionellen Bedingungen für die Geschichte bis zum Erhalt von Lehrstühlen an den Universitäten nicht unwesentlich davon abhängen, welches Bewusstsein in dieser Hinsicht, - bei Politikern wie in der gesamten Öffentlichkeit -, im Verlauf der Schulzeit geprägt worden ist.
In diesem Zusammenhang wichtig sind für die Wirksamkeit des Verbandes auch die Kooperationen verschiedenster Art. Dass die Attraktivität des VGD für viele Institutionen v.a. in seiner Breitenwirkung liegt, wird immer deutlicher, zumal wenn er sich aktiv zeigt. Hauptsächlich sicher aus diesem Grunde, konnte die Zahl der ständigen Kooperationspartner vergrößert werden, sodass wir auch hier inzwischen über ein respektables Netzwerk verfügen (vgl. Ziff. VI). Es ist nicht notwendig zu betonen, dass der Verband damit auch zahlreiche Impulse für seine Arbeit erhält. In der Regel gestalten sich die Kooperationen und die – kostenneutralen – gegenseitigen Mitgliedschaften in folgenden Formen:
Auch dieser Weg gegenseitiger Verbindung hat sich für den Verband als nützlich und anregend erwiesen. Es ist sinnvoll, entsprechende Bemühungen fortzusetzen.
Der Verband ist also erkennbar auf einem guten Weg. Auch sein innerer Zustand ist, besonders nachdem es im Berichtszeitraum gelungen ist, die Landesverbände Bremen und Sachsen neu zu beleben und aktive Vorstände zu gewinnen, als zufriedenstellend zu bezeichnen. Allerdings ist eine Umstrukturierung im Gange, die mit Aufmerksamkeit verfolgt werden muss: Eine Reihe von älteren Mitgliedern, vor allem Pensionäre, verlassen den Verband, sodass in den letzten vier bis sechs Jahren ein Rückgang in der Mitgliederzahl ein Rückgang von ca. 20 % zu verzeichnen ist. Dem stehen durchaus Neueintritte gegenüber, aber doch noch recht zögerlich, sodass sich der Mitgliederstand gegenwärtig auf 3 300 Personen beläuft. Die Landesverbände und jedes Mitglied sind aufgerufen, zu werben und insbesondere jüngere Mitglieder zu gewinnen, denn dies ist auch für die inhaltliche Arbeit des Verbandes von Bedeutung: Neue Fragestellungen und gegenwartsnahe Bedürfnisse und Anregungen müssen mithelfen, den VGD zeitgemäß und zukunftsweisend zu erhalten.
Trotz des Mitgliederschwundes ist die Kassenlage unter der stets zuverlässigen und besonnenen Verwaltung von Herrn Ulrich Bongertmann als sicher und stabil zu bezeichnen, zumal es immer wieder gelingt, die zahlreichen inhaltlichen Aktivitäten über Sponsorengelder und Zuwendungen von Stiftungen zu finanzieren. Die erhöhten Aufwendungen des laufenden Betriebes können vor allem durch die Mehreinnahmen seitens der fördernden Mitglieder gedeckt werden, die neue Bundeszeitschrift bringt trotz verdoppelter Erscheinungsweise dank günstig ausgehandelter Vertragsbedingungen sogar Entlastungen für die Bundes- und die Landeskassen.
Als einschneidende Veränderung in der Arbeit des Verbandes ist die Einrichtung einer neuen Bundeszeitschrift zu bezeichnen.
Chefredakteure (im Wechsel): StD i.R. Prof. Hans Woidt / Tübingen, StD’ i.R. Dr. Erika Richter / Meschede.
Mitglieder der Redaktion:
OStD i.R. Dr. Gisbert Gemein / Neuss
StD Dr. Ralph Erbar / Mainz
Prof. Dr. Uwe Walter / Bielefeld
StD Dr. Bernward Fahlbusch / Warendorf
StD i.R. Dr. Peter Lautzas / Mainz
StD Ulrich Bongertmann / Papendorf
StD Prof. Roland Wolf / Reutlingen.
Nach dem vom Hauptvorstand im März 2007 einstimmig gefassten Beschluss ist es nämlich nach intensiven und langwierigen Verhandlungen erstmals in der fast 100-jährigen Geschichte des Verbandes gelungen, im Zusammenwirken von Bundesverband und Landesverbänden – außer leider Bayern – eine gemeinsame bundesweite Zeitschrift herauszubringen unter dem Titel: „Geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung“. Als Vierteljahresschrift erscheint sie im Wochenschau Verlag und liegt auf dem Historikertag in Dresden in ihrer ersten Ausgabe vor. Sie stellt einen Zusammenschluss mehrerer regionaler Zeitschriften dar, und zwar von „Geschichte, Politik und ihre Didaktik (GPD)“, erschienen im Aschendorff-Verlag Münster und herausgegeben von den Landesverbänden Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bremen, den „Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer“ im Wochenschau-Verlag, herausgegeben von den Landesverbänden Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg. Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie „Geschichte und Politik in der Schule (GPS)“, herausgegeben vom Landesverband Hamburg. In ihrer historisch-politischen Ausrichtung will die neue Zeitschrift über Verbandsangelegenheiten hinaus allgemein ein auf die Unterrichtswirklichkeit bezogenes Reflexionsorgan für den Geschichtsunterricht sein. Mit diesem wichtigen Schritt zur Sammlung seiner Kräfte erhofft sich der Verband eine Effizienzsteigerung nach innen zur Gewinnung neuer Mitglieder und ebenso nach außen zur Stärkung seiner Einflussmöglichkeiten. Eingeladen zur Mitarbeit sind Personen aus Wissenschaft, Didaktik und historischer Praxis sowie Institutionen, die mit der Vermittlung von Geschichte befasst sind, um die Methoden und Formen ihrer Vermittlung zu präsentieren und zu diskutieren. Mit diesem breiten Spektrum von in und mit der Geschichte Tätigen sollen der Umfang und die verschiedenen Facetten des historischen Feldes sichtbar werden, mit dem Ziel, die Bedeutung unseres Faches für die Gesellschaft erkennbar zu machen.
Im Rechenschaftsbericht 2006 wurde die Notwendigkeit angesprochen, die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Das ist in den letzten beiden Jahren unter der ideenreichen Leitung von Herrn Dr. Ralph Erbar geschehen. Fortschritte sind klar zu verzeichnen, was sich unter anderem auch darin ausdrückt, dass neue, renommierte Kooperationspartner gewonnen werden konnten – vor allem das ZDF -, die Anfragen seitens der Presse zunahmen und die Kontakte weiter deutlich zugenommen haben, - was sich übrigens auch positiv auf die Möglichkeit, an Finanzmittel heranzukommen, auswirkt. Ein Erfolg unserer Öffentlichkeitsarbeit kann bereits darin gesehen werden, dass die Redaktion von ZEITGeschichte Ende 2006 an den Verband herangetreten ist und ihm für ihre Hefte eine Kolumne aus Lehrersicht angeboten und zur Verfügung gestellt hat. Mehrere Berufungen des Vorsitzenden in Gremien wichtiger Institutionen, ganz besonders aber die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im August 2007 durch den Bundespräsidenten an ihn sind untrügliche Zeichen unserer öffentlichen Präsenz.
Einerseits nach innen gerichtet zur Stärkung der corporate identity wie auch zur Werbung nach außen ist die Maßnahme, Aufkleber mit einem neu geschaffenen Verbandslogo herzustellen. Entsprechend der Mitgliederzahl wurden sie in 3 000 Exemplaren den Landesverbänden zur Verfügung gestellt. Daneben wurden und werden weiterhin die vom Wochenschau Verlag kostenlos bereit gestellten Flyer mit Eintrittsformular verwendet und bei passenden Gelegenheiten ausgelegt.
Um den Mitgliedern den Nutzen einer Mitgliedschaft in unserem Verband augenfällig werden zu lassen, wurde damit begonnen, in Kooperation mit an Breiten- und Werbewirkung im Kreis der Lehrerschaft interessierten Institutionen über die Landesverbände gelegentliche Versandaktionen durchzuführen. So konnte eine Aktion mit einem Heft der ZEIT Geschichte realisiert werden, eine mit der Zeitschrift EPOC ist in Vorbereitung.
Als weitere Maßnahme, die geeignet ist, die öffentliche Wahrnehmung unseres Verbandes zu intensivieren, kann in der Einrichtung einer fördernden Mitgliedschaft für Einzelpersonen, von der bereits die Rede war, gesehen werden.
Zusammenarbeit mit der Universität
Von unserem Fachverständnis her ist die Zusammenarbeit mit der Universität von höchster Wichtigkeit, die gemeinsame Ausrichtung des Historikertages alle zwei Jahre deshalb eine hervorragende Gelegenheit, dies öffentlich kund zu tun. Der Ausschuss des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. (VHD), in dem auch der Vorsitzende unseres Verbandes vertreten ist, hat alle vom VGD eingereichten Anträge für Veranstaltungen in Dresden bewilligt, angesichts der wieder großen Zahl von Bewerbungen ein besonders positives Ergebnis und Zeichen für die gute und verständnisvolle Zusammenarbeit. Erfreulicher Weise hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Fachverbände Geschichte aller Bereiche aufeinander angewiesen sind und gemeinsam für eine adäquate Präsenz des Faches in der Gesellschaft eintreten müssen.
Die Beziehungen zur Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) sind kollegial, haben jedoch trotz großer Aufbruchstimmung vor einiger Zeit in den letzten zwei Jahren sehr an Intensität verloren. Wir bedauern das.
Zusammenarbeit mit Verlagen
Erfreulich und effektiv gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Publikationsorganen und ihren Verlagen: reibungslos und verständnisvoll die Arbeit mit GWU (Friedrich-Verlag), ebenso mit GPD (Aschendorff-Verlag), die dem Bundesverband regelmäßig einen Nachrichtenteil einräumten. Der Wochenschau Verlag, in dem die „Informationen für den Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer“ erscheinen, tat dies ebenfalls und unterstützte, wie erwähnt, den Verband darüber hinaus durch mancherlei Sonderzuwendungen. Die Herausgabe der neuen Bundeszeitschrift beim Wochenschau Verlag wird hier aber künftig einige Veränderungen zur Folge haben. Auch die Unterstützung des Klett-Verlages für den Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“ soll hervorgehoben werden.
Zusammenarbeit mit dem ZDF
Entgegen der heftig geäußerten Kritik aus den Reihen der Fachwissenschaft gegenüber zeitgeschichtlichen Produktionen des ZDF ist der Vorstand des VGD der Auffassung, dass mit diesen Sendungen die öffentliche Aufmerksamkeit in hohem Maße auf die Geschichte gelenkt worden, die Präsenz unseres Faches dadurch erheblich befördert worden ist und damit der Popularisierung – im positiven Sinne – eindrucksvoll und erfolgreich gedient wird. Aus diesem Grund verschloss sich der Vorstand auch nicht der Anfrage des ZDF, flankierende Maßnahmen im pädagogischen Bereich für die im November 2008 beginnende 10-teilige Sendereihe „Die Deutschen“ zu organisieren. Eine kleine ad hoc gebildete Arbeitsgruppe unter Leitung von Herrn Dr. Ralph Erbar hat deshalb ab Sommer dieses Jahres Unterrichts- und Arbeitshilfen zu den einzelnen Sendeblöcken entwickelt. Sie werden, in kleiner Anzahl gedruckt, im Internet bereitgestellt (www.diedeutschen.zdf.de). Abgesehen von dieser aktuellen Maßnahme wurde in einem Grundsatzgespräch des Vorsitzenden und dem Leiter des Arbeitskreises mit dem Hauptabteilungsleiter Zeitgeschichte und Zeitgeschehen die Bereitschaft des ZDF erkennbar, auch bei den folgenden zeitgeschichtlichen Produktionen, möglicherweise auch darüber hinaus bei anderen historischen Sendungen, die fachliche Beratung, vertreten durch Praktiker unseres Verbandes, mit zu berücksichtigen, eine für den VGD sehr interessante Perspektive. Die Formen der Mitwirkung werden in gemeinsamen Gesprächen zu entwickeln sein.
Inhaltliche Arbeit des Verbandes
Ein zentraler Aspekt der Verbandsarbeit, unter dem der Vorstand sowohl 2002 als auch 2004 und 2006 angetreten ist, betraf und betrifft die inhaltliche Arbeit. Die eingerichteten Arbeitskreise zu aktuellen Problembereichen wurden weitergeführt, wenn deren Weg und Ergebnis auch unterschiedlich waren. Ein wichtiges Anliegen war es dabei wieder, in der jeweils gemeinsamen Zusammensetzung von Schulpraktikern, Didaktikern und Wissenschaftlern gewissermaßen beispielhaft die Aufeinanderbezogenheit von Schule und Universität sichtbar zu machen – und damit auch manchen bildungspolitischen Entwicklungen wenigstens signalhaft entgegen zu wirken. Dieser Ansatz fand offensichtlich auch in den beiden zurückliegenden Jahren Anklang, gelang es doch, aus den genannten Bereichen hochqualifizierte Mitarbeiter und Kooperationspartner zu gewinnen, vor allem Sponsoren zu überzeugen, wie das eindrucksvolle Förderprogramm für unseren Verband ausweist: In den zurückliegenden beiden Jahren konnten wieder eine Reihe von Fördermitteln erworben werden. Wir danken folgenden Institutionen:
Arbeitskreis „Bildungsstandards“
Die Mitglieder des Arbeitskreises: OStD Dr. Martin Stupperich / Hannover, StD Dr. Rolf Brütting / Dortmund, OStD Willi Eisele / Wolfratshausen, Prof. Dr. Michael Sauer / Göttingen, OStR’ i.R. Margret Kaiser / Hamburg, StD Klaus Fieberg / Leverkusen (bis 1.3.2008), StD Ulrich Bongertmann / Rostock (ab 1.3.2008).
Im Zuge der aktuellen bundesweiten Diskussion um Bildungsstandards hat sich unser Verband auch mit eigenen Vorstellungen zu Wort gemeldet und sich damit an einer sinnvollen Umsetzung dieser bildungspolitischen Forderungen aktiv beteiligt. Eine Arbeitsgruppe unter Herrn Dr. Martin Stupperich hat deshalb in den Jahren 2005 und 2006 einen Entwurf für die Sekundarstufe I des Gymnasiums in Form eines Kerncurriculums erarbeitet. Zurückgreifen konnte die Gruppe dabei auf Überlegungen früherer Jahre. Es verwundert nicht, dass in dieser höchst brisanten Kernfrage des Geschichtsunterrichts höchst unterschiedliche Auffassungen existieren. Die in Konstanz 2006 vorgelegte Fassung wurde dann auch von allen Seiten aufmerksam zur Kenntnis genommen, war und ist bis heute aber auch deutlicher Kritik von Seiten der Fachdidaktik und der Unterrichtspraxis ausgesetzt. Aus diesem Grund war der Arbeitskreis in Berichtzeitraum hauptsächlich damit beschäftigt, Stellungnahmen und Anregungen einzuholen und dabei die sachlichen Argumente in der zum Teil heißen Diskussion zur Kenntnis zu nehmen und darauf zu reagieren. Mit der Veranstaltung des VGD auf dem Historikertag in Dresden sollen zusätzliche Erkenntnisse anhand ausländischer Modelle gewonnen werden. Da die KMK vorläufig keine verbindlichen Standards für Geschichte anstrebt und erst einmal die verschiedenen Versuche in einzelnen Ländern abwarten will, hat such der VGD, der bei der KMK seine Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt hat, noch etwas Zeit für die Weiterentwicklung seines Ansatzes. So ist für die nächsten zwei Jahre eine verbandsinterne Diskussion zu dem Entwurf geplant, die dann in die Ausarbeitung einer revidierten Fassung münden soll. Diese wird auf dem Historikertag 2010 zu präsentieren sein. Parallel dazu sollen 2008 bis 2010 auch Vorstellungen für Bildungsstandards der Sekundarstufe II entwickelt werden.
Arbeitskreis „Deutsch-deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg“
Obwohl dieser Arbeitskreis mit dem Erscheinen einer Publikation in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung und beim Wochenschau Verlag 2005 und 2006, in der die Ergebnisse niedergelegt sind, seine Bemühungen als abgeschlossen betrachten konnte, bleibt der Verband an der Thematik weiterhin interessiert und darin engagiert. Aus diesem Grund ergaben sich im Berichtszeitraum mehrere Folgeaktivitäten. Insbesondere von Seiten der Birthler-Behörde wie von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur wird der Verband immer wieder kontaktiert, zur aktiven Beteiligung an Veranstaltungen eingeladen und um Stellungnahmen gebeten, eine erfreuliche Tatsache, zeigt sie doch, dass sich der VGD in diesem Bereich einen Namen gemacht hat.
Im Bestreben, den gesamtdeutschen Ansatz möglichst praxisnah im Unterricht zur Geltung zu bringen, wurden 2006 bis 2008 in Kooperation mit dem FWU und der DOMINO-Filmgesellschaft zwei Themen in Form von didaktischen DVDs bearbeitet und herausgebracht: „Die NS-Vergangenheit in der geteilten deutschen Geschichtskultur“ und „Jugendkulturen und Generationskonflikte 1945 bis 1990“. Experten unseres Verbandes besuchten die jährlich stattfindende DDR-Forschertagung vom 9. bis 11. November 2006 in Suhl, die diesmal unter dem Titel stand: „Ist eine Zusammenführung beider deutscher Teilgeschichten möglich?“ und auf der der von unserem Verband entwickelte Ansatz einer gesamtdeutschen Perspektive insgesamt als tragfähig angesehen wurde.
Ebenfalls wurde die Einladung der Bundesstiftung und der Bundeszentrale zu einer Geschichtsmesse vom 13. bis 15. März 2008 in Suhl wahrgenommen, die dem Informationsaustausch über geplante Vorbereitungen für die im Jahr 2009 stattfindenden Veranstaltungen anlässlich 20 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung dienen sollte und auf der der Verband mit mehreren Funktionsträgern vertreten war.
Im Zusammenhang mit den Helmstedter Universitätstagen wurde unser Verband um unterstützende Mitwirkung gebeten. In Zusammenarbeit von Bundesverband und Landesverband Niedersachsen wurde versuchsweise, aber bemerkenswert erfolgreich im Anschluss an den wissenschaftlichen Teil der 13. Helmstedter Universitätstage, die 2007 unter dem Titel: „Umstrittene Erinnerung“ standen, am 30. September und 1. Oktober eine didaktische Veranstaltung zu der genannten Thematik angehängt. Als Hauptredner gelang es, Herrn Dr. Joachim Gauck zu gewinnen. Der Landesverband Niedersachsen will die Veranstaltung nach diesem Modell in den kommenden Jahren weiterführen.. Für den 14. bis 17. Mai 2009 ist in Kooperation mit dem Verein „Grenzenlos – Wege zum Nachbarn“ e.V. und der Bundeszentrale für politische Bildung in Helmstadt zusätzlich ein internationales Symposium zum Thema: „Grenzen als internationales Problem“ geplant.
Arbeitskreis „Deutsch-jüdische Geschichte – integriert betrachtet
Die Mitglieder des Arbeitskreises: OStD i.R. Rolf Ballof / Northeim, Heide Bergfeld / Lüdenscheid (Gymnasiallehrerin), Dr. Wolfgang Geiger / Langen (Gymnasiallehrer), Dr. Edith Hambach / Düren (Gymnasiallehrerin), Gottfried Kößler / Frankfurt am Main (Fritz-Bauer-Institut), Dr. Martin Liepach / Oberursel (Leo-Baeck-Institut, Gymnasiallehrer), Angelika Rieber / Frankfurt am Main (Gymnasiallehrerin).
Der Arbeitskreis unter der Leitung von Rolf Ballof arbeitet seit 2003 daran, eine zeitgemäße und die bisherige Auffassung ergänzende Sichtweise auf das Problem zu formulieren, indem nicht nur Zeiten des Konflikts, sondern auch die fruchtbaren Miteinanders in den Blick zu rücken und das Verhältnis von Christen und Juden im europäischen Kontext zu betrachten sind. Nach einer diese Ansätze vorstellenden Sektion auf dem 46. Deutschen Historikertag 2006 in Konstanz, begleitet von einer entsprechenden Publikation in der Reihe TEMPORA des Klett-Verlages standen die Mitglieder des Arbeitskreises bereit, an Veranstaltungen der Landesverbände mitzuwirken. Es wäre wünschenswert, wenn von dieser Möglichkeit stärker Gebrauch gemacht würde.
Zunächst veranstaltete der Arbeitskreis im April 2007 in Halberstadt zusammen mit dem Leo-Baeck-Institut, der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt und der Bundeszentrale für politische Bildung ein Seminar „Deutsch–jüdisches Zusammenleben in der Geschichte – Erarbeitung neuer Sichtweisen für den Unterricht“, auf dem die Ergebnisse der Arbeit des AK vorgestellt und diskutiert wurden. Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, der Gast des Seminars war, erklärte sich bereit, Anregungen aus dem Seminar in die weitere Planung aufzunehmen. Die Dokumentation ist von der Bundeszentrale für politische Bildung dokumentiert worden und dort abrufbar.
Ebenfalls im April fand mit Beteiligung des AK und einiger Mitglieder des Erweiterten Vorstandes des VGD eine Tagung der Bundeszentrale in Zusammenarbeit mit der Kultusministerkonferenz „Holocaust und Nationalsozialismus im Unterricht“ in Berlin statt. Der VGD legte auf dieser Tagung sein Thesenpapier zur deutsch-jüdischen Geschichte vor, das anschließend von der KMK und von mehreren Bildungsministerien angefordert wurde.
An einem weiteren Seminar im November in Erfurt „Holocaust und NS in Schule und außerschulischer politischer Bildung“, veranstaltet von der Bundeszentrale, Yad Vashem und dem Fritz Bauer Institut, trugen Mitglieder des AK die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.
Weitere Tagungen unter Mitwirkung von Mitgliedern des AK, hier sind v.a. Dr. Geiger und Dr. Liepach zu nennen, fanden im Jüdischen Museum in Frankfurt, in Darmstadt und in Bremen statt. Die Herren Dr. Geiger, Dr. Liepach und Ballof haben darüber hinaus im Zusammenhang ihrer Lehraufträge an den Universitäten Frankfurt, Braunschweig und Göttingen die deutsch-jüdische Geschichte thematisiert.
Zahlreich sind die Veröffentlichungen von Mitgliedern des AK in Fachzeitschriften.
Ohne die gute Zusammenarbeit mit dem Leo-Baeck-Institut (Frau Dr. Rauschenberger), der Bundeszentrale für politische Bildung (Herr Dr. Geiss), der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt (Frau Jutta Dick), Yad Vashem (Frau Dr. Urban) und dem Fritz Bauer Institut (Herr Gottfried Kößler) konnten die erwähnten Aktivitäten nicht verwirklicht werden, und an dieser Stelle soll ihnen gedankt sein.
Ein offenes Problem sei abschließend noch angesprochen: Die Frage, wie Innovation wie z.B. die integrierte Betrachtungsweise der deutsch-jüdischen Geschichte in die Bildungsstandards des VGD integriert werden kann, ist angesichts der Struktur der Bildungsstandards sowohl inhaltlich (es kann nicht einfach um zusätzliche Themen in den Bildungsstandards gehen) als auch von grundsätzlichen Parametern der angestrebten Standards her noch nicht gelöst. (Das gilt übrigens wahrscheinlich auch für andere Innovationen wie Interkulturalität oder Geschlechtergeschichte oder Umweltgeschichte oder Weltgeschichte.) Es ist sicherlich eine Aufgabe des AK „Deutsch-jüdische Geschichte im Unterricht“ für die nächste Zeit , ihren Beitrag zur Integration ihres Themas in die Bildungsstandards zu leisten.
Arbeitskreis „Geschichte in medialer Vermittlung“
Die Mitglieder des Arbeitskreises: StD Klaus Fieberg / Leverkusen, OStD’ Anita Mächler / Berlin, StD Ulrich Bongertmann / Rostock, StD Dr. Ralph Erbar / Mainz (bis 1.5.2008)
In der Erkenntnis, dass Filme und vor allem elektronische Medien für den Unterricht zunehmend an Bedeutung gewinnen, hat der Verband Anfang 2007 unter der Leitung von Herrn Klaus Fieberg einen Arbeitskreis zu diesem Aufgabenfeld eingerichtet. Ihm obliegt es, den ausufernden Markt zu beobachten und die gewonnenen Ergebnisse zu publizieren, ferner durch aktive Mitarbeit an Neuentwicklungen und –produktionen teilzunehmen und durch das Aussprechen von Empfehlungen dem Lehrer den Zugang zu diesem weiten Feld zu erleichtern.
Angesichts der Tatsache nun, dass es inzwischen im medialen Bereich zahlreiche Produktionen, zum Teil an verborgener Stelle, gibt, die wiederum von recht unterschiedlicher Qualität und Brauchbarkeit für die pädagogische Praxis sind, hat sich der VGD als wichtigste Maßnahme entschlossen, für Film- und Software-Produktionen, die auf dem Markt sind, Qualitätssiegel für die Nutzung durch den Lehrer zu verleihen. Das Siegel und die Beurteilungskriterien sind auf unserer Homepage einzusehen. Inzwischen sind bereits zahlreiche Produkte beim Arbeitskreis eingegangen und Gegenstand der Prüfung, sodass auch diese Initiative als Erfolg gewertet werden kann. Der wichtigste Gewinn besteht darin, dass der Verband damit seine pädagogische Kompetenz eindrucksvoll sichtbar macht. Über diese Initiative hinaus wirkten die Teilnehmer an Produktionen von didaktischen DVDs zum Teil mit modellbildendem Charakter bei FWU, der Bundesstiftung Aufarbeitung, in Zusammenarbeit mit Yad Vashem und bei der Medien LB mit.
Arbeitskreis „Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht“
Die Mitglieder des Arbeitskreises: StD i.R. Prof. Hans Woidt / Tübingen, StD Dr. Werner Abelein / Esslingen, OStR Dr. Wolfgang Geiger / Langen, Dr. Bernd Grewe / Universität Konstanz, StD Dr. Andreas Grießinger / Konstanz, OStD i.R. Dr. Michael Gugel / Freiburg, OStR i.R. Dr. Thomas Lange / Darmstadt, StD i.R. Dr. Folkert Meyer / Kehl.
In ursprünglich loser Verbindung mit einer gleichnamigen Arbeitsgruppe der Konferenz für Geschichtsdidaktik, inzwischen aber losgelöst von ihr, ist der Arbeitskreis unter der Leitung von Prof. Hans Woidt bemüht, diese bisher vernachlässigte Dimension zu erfassen. Die Aufgabe ist angesichts der ungeheuren Breite der Thematik, der auch in der Wissenschaft ungeklärten Zugriffsweise und des engen Zeitrahmens bzw. der ohnehin schon überfüllten Lehrpläne schwierig, zumal sie eine recht grundsätzliche Umorientierung weg von der starken nationalgeschichtlichen Betrachtungsweise erfordert. Der AK wird vom Ernst-Klett-Verlag finanziert, in dessen Reihe auch das erste publizierte Ergebnis erscheinen wird, ein Materialheft zur Weltgeschichte im 20. Jahrhundert. Danach soll an Vorschlägen gearbeitet werden, wie die globalgeschichtliche Dimension möglichst unaufwändig in bestehende Lehrplänen integriert werden kann. Für den Historikertag 2010 ist eine Sektion zu dieser Thematik geplant.
Arbeitskreis „Begegnung der Kulturen“
Die Mitglieder des Arbeitskreises: OStD i.R. Dr. Gisbert Gemein / Neuss (VGD), PD Dr. Jörn Thielmann / Mainz (Kompetenz Orient-Okzident der Universität Mainz), PD Dr. Ludolf Pelizaeus / Mainz (Historisches Seminar der Universität Mainz), Dr. Roland Löffler / Bad Homburg (Herbert-Quandt-Stiftung), Dr. Susanne Urban / Offenbach (Yad Vashem), StD Dr. Wolfgang Geiger / Langen (VGD, Universität Frankfurt), Dr. Magdalena Telus / Braunschweig (Georg-Eckert-Institut), StD i. R. Dr. Peter Lautzas, Mainz (VGD), StD Dr. Hartmut Wunderer / Wiesbaden (VGD), StD i.R. Hartmut Redmer / Köln (Autor), Mohamed Assila / Wuppertal (Mitglied der Lehrplankommission Islamische Unterweisung), OStD Michael Schopp, Istanbul (VGD).
Nach mehreren Ansätzen seit 2002 ist es nun unter der energischen Leitung von Herrn Dr. Gisbert Gemein gelungen, den Arbeitskreis neu zu beleben, ihm detaillierte und gleichzeitig realistische Ziele zu setzen und ihn personell überzeugend auszustatten. Von der Initiative der Geschichte ausgehend ist er fächerübergreifend angelegt und will
Finanziert von der renommierten Herbert-Quandt-Stiftung gehören ihm neben mehreren Mitgliedern unseres Verbandes Vertreter folgender Institutionen an:
Herbert-Quandt-Stiftung,
Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung,
Gedenkstätte Yad Vashem in Israel
Kompetenzzentrum Orient-Okzident der Johannes-Gutenberg-
Universität in Mainz.
Die Staatsministerin für Integration im Bundeskanzleramt, Frau Prof. Maria Böhmer, hat die Unterstützung des Verhabens zugesagt.
Flankierend zu den Bemühungen dieses Arbeitskreises hat sich 208 eine weitere Möglichkeit ergeben, einen Beitrag für das interkulturelle Verständnis zu leisten: Auf Initiative von Herrn Prof. Mohamed Mansour von der Azhar-Universität in Kairo und seine Anfrage an den Verband der Geschichtslehrer Deutschlands fand am 6. Mai 2008 in der Botschaft der Arabischen Republik Ägypten zu Berlin, veranstaltet von der Kulturabteilung in Verbindung mit dem Verband, ein Gespräch zum Thema „Islam“ statt. Zu diesem Gespräch hatten sich insgesamt 20 Teilnehmer eingefunden, die sich aus Angehörigen der Botschaft, Funktionsträgern des Geschichtslehrerverbandes, Vertretern des Auswärtigen Amtes und der Berliner Senatsverwaltung, ferner einiger Verlage, Universitäten, islamischer und christlicher Organisationen sowie des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung zusammensetzten. Das Thema der Veranstaltung lautete: „Zum Bild der arabisch-islamischen Kultur in den Schulbüchern in Deutschland“, wobei besonders die in Deutschland zugelassenen Schulbücher für Geschichte Gegenstand der Betrachtung waren. – Auf Einladung der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft soll das Gespräch in deren Räumen fortgesetzt werden. Die Botschaft der Arabischen Republik Syrien will sich dem anschließen, möglicherweise auch die UNESCO Deutschland.
Internationale Aktivitäten
Nach wie vor ist es notwendig, den Blick über Deutschland hinaus zu richten, auch wenn uns die Aufgaben im föderal strukturierten Bildungsbereich der Bundesrepublik mehr als genug beschäftigen und in Atem halten. Aus diesem Grund ist der Vorstand bestrebt, auch die internationale Dimension im Blick zu behalten und im Verband sichtbar zu machen. Das fällt, schon aus Gründen der Finanzierung, aber auch auf Grund mangelnden Interesses seitens der Verbandsmitglieder, nicht immer leicht.
Aus aktuellem Anlass hatte der Verband damit begonnen, Wochenseminare für Geschichtslehrer aus den neuen EU-Staaten Osteuropas durchzuführen. (Im Delegiertenheft 2006 wurde ausführlicher darüber berichtet.) Diese multinationalen Veranstaltungen 2004 in Riga, 2005 in Berlin und 2006 in Krakau, die unter dem Obertitel: „Auf dem Weg zu einer europäischen Identität“ standen, können mit Fug und Recht als beachtlicher Erfolg verbucht werden. Da das Thema aber langsam „ausgereizt“ war, die Stiftungen eine permanente Förderung der gleichen Art von Veranstaltung ablehnten, vor allem aber weil der Kreis der Teilnehmer relativ konstant blieb und sich kaum ausweitete und erneuerte, beschloss der Vorstand, diese Reihe nicht weiterzuführen und es bei dem erfreulichen Ergebnis zu belassen.
Statt dessen wurde, - recht ambitioniert und in größerem Maßstab aktuell -, in Kooperation mit der Deutschen China-Gesellschaft der Versuch unternommen, eine Studienreise nach China anzubieten, die neben dem touristischen Programm auch Gespräche im pädagogischen Bereich auf verschiedenen Ebenen vorsieht. Sie findet vom 6. bis 19. Oktober 2008 statt. Ob die Kontakte zu China vertieft, weitere Reisen angeboten, eventuell ein Gegenbesuch durchgeführt werden kann, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt fraglich, jedoch soll mit diesem Unternehmen auf jeden Fall ein Zeichen gesetzt werden in Richtung globale Öffnung.
Weniger erfolgreich war dagegen die Initiative, in den Osterferien 2008 eine (kleinere) Studienreise von einer Woche nach Peking anzubieten.
Ein wenig unerklärlich ist es auch, dass in Kooperation mit Yad Vashem ein zu günstigen Konditionen angebotenes Seminar zur gleichen Zeit in Jerusalem so gut wie keine Resonanz fand. 2009 soll ein neuer Versuch in dieser Richtung unternommen werden. Entsprechende Gespräche mit Yad Vashem sind im Gange.
In erfreulicher Weise wahrgenommen wurde das Hospitationsprogramm für Kolleginnen und Kollegen aus den osteuropäischen Ländern, das uns die Robert-Bosch-Stiftung zur Verfügung gestellt hat und das vollständig ausgeschöpft wurde: 10 Lehrkräfte aus Polen, Litauen, Lettland und Rumänien haben in den Jahren 2006 bis 2008 davon Gebrauch gemacht, zwei Wochen an einer deutschen Schule zu hospitieren.
Vom 19. bis 21. September 2007 fand in Thessaloniki die Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Geschichtsdidaktik statt, in welcher Letzterer auch der deutsche Geschichtslehrerverband als Mitglied angehört, aber bisher wenig Gebrauch von dieser Möglichkeit gemacht bzw. sich an den Veranstaltungen beteiligt hat. Der Kongress stand in diesem Jahr unter dem zentralen Thema: „Public uses of History“, einer permanent aktuellen Thematik der Geschichtsdidaktik, die den Vorsitzenden des VGD veranlasste, daran teilzunehmen und sich mit einem Referat über die „Staatliche Einflussnahme auf das Bildungswesen in der Bundesrepublik Deutschland“ aktiv zu beteiligen. Hochschuldidaktiker aus 27 Ländern aller Erdteile berichteten von und diskutierten über Formern, Entwicklungen und Probleme des Gebrauchs von Geschichte in ihren Gesellschaften, ein erhellender Tour d’horizon über weltweite Tendenzen.