Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.
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Veranstaltungen des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands auf dem 47. Deutschen Historikertag

Dresden 30.9.-3.10.2008

 

 

Sektion:

Kompetenzorientierung im Geschichtsunterricht

01. Oktober 2008

09:15-13:00 Uhr

HS 401

 

Leitung:

Roland Wolf (Verband der Geschichtslehrer Deutschlands)

 

Die Sektion setzt sich mit einem zentralen Problembereich der gegenwärtigen geschichtsdidaktischen Diskussion, der besonders im Zusammenhang mit den Bildungsstandards für das Fach Geschichte in das allgemeine Interesse gerückt ist, auseinander und will durch neue pädagogische Forschungen und Überlegungen aus der Unterrichtspraxis Erfahrungen und Aspekte zur Lösung des Problems beitragen. Einigkeit besteht weitestgehend und seit langem darin, dass Geschichtsunterricht sich nicht auf die Abarbeitung eines Stoffkanons beschränken kann, sondern historisches Denken verlangen, einüben und sichern muss. Der zentrale Begriff dafür ist heute kompetenzorientiertes Lernen. Während sich die Hochschuldidaktik um theoretische Grundsatz-Modelle bemüht und auch hier schon mehrere Angebote vorliegen hat - die allerdings noch weiterer Diskussionen bedürfen -, möchte die Schule aus ihrem, dem hauptsächlichen Bereich, in dem diese Modelle umgesetzt werden sollen, einen Beitrag aus der Empirie leisten, um damit ein fruchtbares Gespräch zwischen Theorie und Praxis in Gang zu bringen. Dies ist am ehesten geeignet, sinnvolle Lösungen zu finden, die die Bildungspolitik im Übrigen auch erwartet. Diesen Forderungen zu entsprechen bedeutet, einen wichtigen Beitrag zur zeitgemäßen Gestaltung des Geschichtsunterrichts und damit auch zur Sicherung des Faches allgemein zu leisten.

 

 

0. Einführung (Roland Wolf, Reutlingen)

1. „Gingen Frauen nicht zur Jagd?“ - Kompetenzerwerb im Anfangsunterricht Geschichte (Andrea Kimmi, Tübingen)

2. A mystery: Training Historical Reasoning (Daphne van Manen, Amsterdam)

3. „Didaktische Plateaus“ und kumulatives Lernen. Vom Pauken zum Verstehen (Claudia Stuhrmann, Stuttgart)

4. „Historisches Denken und Lernen"-Lehren - eine Herausforderung für die Mittelstufe (Ulrike Denne, Rottweil)

5. Beziehungsgeschichte und kategoriales Lernen. Vorbereitende Bemerkungen zu einer Didaktik der Nachhaltigkeit (Andreas Grießinger, Konstanz)

 

 

 

Sektion:

Landes- und Regionalgeschichte als Beitrag zur Entwicklung von Geschichtsbewusstsein.

Ein deutsch-tschechischer Vergleich

01.  Oktober 2008

15:15-18:00 Uhr

Raum 105

 

Leitung:

Rolf Brütting (Verband der Geschichtslehrer Deutschlands) und Manfred Treml (Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine)

 

Landesgeschichte im erweiterten Europa baut auf sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedingungen auf, die geprägt sind von den jeweiligen historischen Traditionen und politischen Strukturen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Geschichtsvermittlung in den beiden Nachbarstaaten sollen in der Sektion untersucht und diskutiert werden.

Der vergleichenden Analyse der Situation der Landes- und Regionalgeschichte, die deren unterschiedliche wissenschaftliche Bedeutung und didaktische Bewertung erkennen lässt, widmen sich die Vorträge von Bernd Schönemann und Robert Luft.

Lehrpläne, Schulbücher und Empfehlungen für die Unterrichtspraxis sind der Gegenstand des Vortrages von Rolf Brütting, der damit die Pragmatik landes- und regionalgeschichtlichen Lernens in der Bundesrepublik Deutschland ins Blickfeld rückt.

Den grenzüberschreitenden historischen Austausch und projektbezogenes gemeinsames Lernen stellen Helmut Köser und Werner Imhof, zwei Repräsentanten der Brücke/ Most-Stiftung, vor.

Aus den regionalgeschichtlichen Aktivitäten des Aussiger Collegium Bohemicum berichtet schließlich N.N. mit einem Beitrag, der zugleich auf zahlreiche andere, aus bürgerschaftlichem Engagement erwachsene Initiativen und Aktivitäten verweist.

 

0. Einführung in die Thematik (Manfred Treml, München, und Rolf Brütting, Dortmund)

1. Regionalgeschichtlich akzentuiertes historisches Lernen. Eine Bestandsaufnahme in systematisierender Absicht (Bernd Schönemann,Münster)

2. Geschichtsvermittlung in Tschechien zwischen Welt- und Nationalgeschichte (Robert Luft/München)

3. Land und Region in deutschen Lehrplänen und Schulbüchern (Rolf Brütting, Dortmund)

4. Bemühungen um Verständigung: Erfolge und Probleme der Brücke/Most-Stiftung beim deutsch-tschechischen Dialog (Helmut Köser und Werner Imhof, Dresden)

5. Lernort Aussig. Ein Beispiel für regionalgeschichtliche Erinnerungskultur in Tschechien (N.N./Collegium Bohemicum).

 

 

 

Sonderveranstaltung:
„Nachhaltiger Geschichtsunterricht in Sekundarstufe I und II: Vorschläge für neue Kerncurricula“

01.  Oktober 2008

18:15-21:00 Uhr

HS 03

 

Leitung:

Martin Stupperich (Verband der Geschichtslehrer Deutschlands )

 

In Fortsetzung der auf dem Konstanzer Historikertag 2006 begonnenen Diskussion um Bildungsstandards und ein Kerncurriculum im Fach Geschichte sollen in Dresden schwerpunktmäßig ausländische Erfahrungen vorgetragen und zur Kenntnis genommen werden. Abgesehen davon, dass die vom Verband 2006 vorgelegten Standards bis heute recht kontrovers diskutiert werden und deshalb eine Neufassung zur Zeit weder sinnvoll noch möglich ist, erscheint es sehr wichtig, dass nach langen Jahren der Zurückhaltung, in denen ein Konsens nicht möglich war, das Gespräch über Aufgabe, Funktion und Form von Geschichte im Bildungsbereich sowie über einen Kernbestand des Schulfaches wieder intensiv in Gang kommt und als permanente Aufgabe verstanden wird.

 

1. Weiterentwicklung der Bildungsstandards der Sekundarstufe I und Grundzüge eines Oberstufenstufencurriculums (Martin Stuppench, Hannover)

2. Ein Referenzrahmen für den Unterricht in der Sekundarstufe I im Fach Geschichte (Arie Wilschut, Amsterdam)

3. Alte Geschichte im Unterricht der Sekundarstufe II (Ekkehard Weber, Wien)

4. Was erwarten die Hochschulen von den Abiturientinnen und Abiturienten? (Susanne Popp, Augsburg).

 

 

 

Sektion:

Historische Erinnerung im Zeitalter des Internet - Ungleichheiten als Methodenproblem

02. Oktober 2008

09:15-13:00 Uhr

HS 403

 

Leitung:

Thomas Lange (Verband der Geschichtslehrer Deutschlands) und Clemens Rehm (Verband der deutschen Archivare und Archivarinnen)

 

Seit die Geschichtsdidaktiker als zentrale Kategorie des Geschichtsunterrichts das „Geschichtsbewusstsein“ eingeführt haben, hat sich auch die Funktion der originalen Quellen geändert, die seit den 80er-Jahren den Kern der Arbeit im Geschichtsunterricht bilden. Sie sollen nicht mehr nur beglaubigen oder illustrieren, sondern die Multiperspektivität des Blicks auf die Vergangenheit vermitteln, Geschichte als Deutung vergangenen Geschehens, Geschichtsdarstellung als Konstruktion bewusst machen. Mit dem Internet und den neuen elektronischen Medien erfolgt nun eine Verbreitung von Geschichtsquellen und Geschichtsbildern in neuer Qualität. Damit wird die Erinnerung neu geprägt, die Frage nach der Arbeit an und mit den authentischen Quellen stellt sich in dramatischer Weise neu.

Mit den neuen Medien ist eine neue Fragestellung hinzugekommen: Es gibt kaum noch historische Themen, zu denen im Internet nicht nur Informationen, sondern zum Teil gleich fertige Ausarbeitungen abgerufen werden können. Die Bildungsserver der Bundesländer stellen Quellensammlungen zur Verfügung und historische Ausstellungen werden nach dem Abbau oft komplett ins Internet gestellt. Archive und Museen bieten ebenfalls digitale Quellensammlungen an, die zum Teil schon didaktisch aufbereitet sind. Verlage bieten zu bestimmten Themen ganze Lerneinheiten auf CD oder DVD an, die sogar Ton- oder Filmdokumente einschließen können.

Es ist nicht nur eine technische Ungleichheit zwischen der Perfektion vorgefertigter Angebote und dem je individuell organisierten Lernangebot, das hier entsteht, sondern es stellt sich vielmehr die Frage, ob hier nicht eine Ungleichheit in der historischen Erinnerung - zwischen der technisch-medial vermittelten einerseits und der selbst am Authentikum angeeigneten andererseits -entsteht. Lehrer, Geschichtsdidaktiker und Archivare sind angesichts dieser Situation aufgefordert, ihr Handwerk zwischen Wissensvermittlung und Identitätsstiftung neu zu überdenken.

 

0. Einführung (Thomas Lange, Darmstadt)

1. Teil: Reflexion über Faktoren der Erinnerung - Podiumsgespräch mit Impulsreferaten - Wandel des Geschichtsbildes „DDR" (Martin Sabrow, Potsdam) - Archive - Agenten der Erinnerung (Clemens Rehm, Stuttgart) - Quellenkritik in der Zeit des Internet (Vadim Oswalt, Gießen) - Podiumsdiskussion und Diskussion mit dem Publikum

2. Teil: Präsentationen - Innovative Anwendungen - Kurzeinführung (Clemens Rehm, Stuttgart) - Le Service educatif des Archives nationales Paris: entre tradition et innovation (Ariane James-Sarazin und Annick Pegeon, Paris) - Standardisierung von Archivkontakten: „School's day“ in Nordrhein-Westfalen (Joachim Pieper,  Düsseldorf) - Diskussion und Abschlussdiskussion mit dem Publikum.

 

 

 

Sektion:

Reflektiertes Geschichtsbewusstsein als Ziel ? - Mediale Vermittlung von Geschichte: Aufgaben, Möglichkeiten, Probleme
03. Oktober 2008

15:15-18:00 Uhr

HS 01

 

Leitung:

Klaus Fieberg, (Verband der Geschichtslehrer Deutschlands)

 

In der fachwissenschaftlichen und didaktischen Forschung der letzten Jahre ist immer deutlicher geworden, welch große Bedeutung ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein insgesamt für eine Gesellschaft hat. Schon aus diesem Grund wird man nicht mehr umhin können, dem - inzwischen sehr großen -Bereich öffentlicher Geschichtsvermittlung in den verschiedenen Formen die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

Mediale Präsentationsformen haben sich ohne Zweifel dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit zu stellen. Außer einer fachlich korrekten Darstellung verlangt die mediale Umsetzung historischer Themen aber zusätzlich eine verantwortungsbewusste Auswahl der Inhalte, der Schwerpunktsetzungen und Akzentuierungen, aber auch der Präsentationsformen, kurz: didaktische Überlegungen. Dabei müssen bei einem adressatenbezogenen Zugriff jedoch Vereinfachungen und Generalisierungen in Kauf genommen werden.

Von der Wissenschaft werden, besonders in Deutschland, Formen der Popularisierung und Umsetzung historischer Themen für breitere Bevölkerungsschichten in der Regel kritisch betrachtet und verfolgt. Die fast ausschließlich negativen Wahrnehmungen und Beurteilungen etwa der Fernsehproduktionen von Guido Knopp, wie sie auf dem Konstanzer Historikertag zu Tage traten, können nicht befriedigen und vernachlässigen wichtige Aspekte des Problems. In der hier vorgestellten Sektion soll deshalb die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion und nach den Wirkungen des öffentlichen Umgangs mit Geschichte unter einem weiteren Blickwinkel wieder aufgenommen und um die didaktische Dimension erweitert werden.

 

0. Einführung (Klaus Fieberg, Leverkusen)

1. Geschichtsvermittlung im Museum zwischen notwendiger Breitenwirkung und kritischem Geschichtsbewusstsein (Hans Ottomeyer, Deutsches Historisches Museum, Berlin)

2. Öffentliches Geschichtsbewusstsein und seine „Macher“. Die Rolle der Presse in der Geschichtsvermittlung (Volker Ulrich, DIE ZEIT, Hamburg)

3. Quotenträchtige Unterhaltung oder Gewissen der Nation ? Anspruch und Wirklichkeit des Geschichtsfernsehens (Rainer Wirtz, Konstanz)

4. Historisches Denken im virtuellen Raum? Möglichkeiten und Grenzen der Geschichtsvermittlung im „neuen“ Medium Internet (Oliver Näpel, Münster)

 



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