Historisches Lernen ist eine wichtige Facette der politischen Bildung
Die Bundeszentrale für politische Bildung hat die Aufgabe, das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger für politische Sachverhalte zu fördern, ihr demokratisches Bewusstsein zu festigen und ihre Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. Eine Aufgabe also, die ebenso gegenwartsbezogen ist, wie sie die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte einschließt. Denn um Verständnis für aktuelle politische Sachverhalte zu fördern, benötigen wir den Rückgriff auf die Geschichte: Das historische Lernen ist somit eine wichtige Facette der politischen Bildung. Ich begrüße es daher sehr, wenn mit dieser Ausgabe von geschichte für heute eine neue Zeitschrift entsteht, die Wert auf die Berücksichtigung des engen Zusammenhangs dieser beiden Lernfelder legen möchte. Mit Spannung werde ich die kommenden Ausgaben erwarten, da wir ja 2009 ein Jahr erleben werden, das gerade für die historisch-politische Bildung große Chancen eröffnet. Es jährt sich zum sechzigsten Mal das Gründungsjahr der beiden deutschen Staaten, wir feiern den 60. Geburtstag des Grundgesetzes und können im gleichen Jahr den 20. Jahrestag des Mauerfalls und der friedlichen Revolution begehen. Das gemeinsame öffentliche Erinnern und die Diskussionen, die sich um die Interpretation der Geschichte entwickeln werden, geben den Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen Gelegenheit, diese Debatten aufzugreifen und einen aktuellen Bezug in ihrem Unterricht herzustellen. So wurde, wie ich meine, für die Gründung von geschichte für heute ein guter Zeitpunkt gewählt, um dieses bedeutende Jubiläumsjahr fundiert zu begleiten und sie als Fachzeitschrift langfristig zu etablieren. Allen Beteiligten wünsche ich viel Erfolg dabei.
Thomas Krüger
Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung