Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD) vollzieht mit der Herausgabe der neuen, bundesweit ausgelegten Zeitschrift geschichte für heute einen bedeutsamen Schritt in eine Zukunft, die zweifellos große Herausforderungen für die Sicherung und Stärkung des Unterrichtsfachs Geschichte bereithält. Angesichts aktueller Entwicklungstendenzen, die einerseits auf eine zunehmende Ausdifferenzierung der föderalen Rahmenbedingungen für den Geschichtsunterricht zielen und andererseits eine nationale Vereinheitlichung und Standardisierung von Prüfungsanforderungen anstreben, kann die Entstehung eines bundesweiten Forums für die regionalspezifi schen wie auch länderübergreifenden bildungspolitischen Interessen des VGD nur nachdrücklich begrüßt werden – besonders auch von Seiten der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD), die die wissenschaftliche Disziplin der Didaktik der Geschichte vertritt. Indem die neue Plattform aktuelle wie auch mittel- und langfristige Positionen und Fragestellungen bündelt, kann sie die öffentliche Wahrnehmung der Anliegen von Geschichtsunterricht und Geschichtslehrerbildung wesentlich verbessern. Dies wiederum stärkt alle bildungspolitisch wirksamen Kräfte, die das Schulfach Geschichte als unverzichtbares Element einer humanen, liberalen und demokratischen Bildung verstehen und deshalb für eine wissenschaftlich geprägte fachliche wie fachdidaktische Professionalität der Lehrkräfte eintreten.
Gegenwärtig ist das Schulfach Geschichte auf zahlreichen und zugleich sehr heterogenen Gebieten mit tief greifenden Umbrüchen konfrontiert. Diese Situation kann ohne bundesweite Zusammenführung der Interessen, Argumente und Konzeptionen schwerlich bewältigt werden. Man denke, um nur ein Beispiel herauszugreifen, an die beschleunigten Prozesse der europäischen Integration und Globalisierung, die curriculare Fragen aufwerfen, die an die konzeptionelle Tiefenstruktur der uns vertrauten nationalstaatlich orientierten historischen Bildung heranreichen. Stetig an Bedeutung gewinnt ferner die internationale Kommunikation über Fragen der historischen Bildung und Identität, die sich nicht mehr auf den europäischen Rahmen beschränkt, aber bereits hier nachdrücklich nach einer bundesweiten Plattform als Referenzgröße verlangt.
So gerne man also geschichte für heute willkommen heißt, so soll der Dank an die Verantwortlichen und Mitwirkenden der bisherigen Regionalorgane nicht fehlen. Diese Zeitschriften haben in der Disziplin der Didaktik der Geschichte hohes Ansehen erlangt, stellten stets ein wertvolles Bindeglied zur bildungspolitischen Arena des Geschichtsunterrichts dar und boten nicht zuletzt auch vielen jungen und erfahrenen Didaktikerinnen und Didaktikern interessante Publikationsforen an. Diese Zeitschriften sind Teil nicht nur der Geschichte des VGD, sondern auch der Geschichte der KGD geworden.
Die Konferenz für Geschichtsdidaktik freut sich auf die Bereicherung der geschichtsdidaktischen Diskussion und Reflexion, die von geschichte für heute ausgehen wird. Im Namen der KGD wünsche ich als Vorsitzende des Verbandes der neuen Zeitschrift eine höchst interessierte Leserschaft, weitreichende Ausstrahlungskraft und lebhafte Resonanz – schlichtweg: allen Erfolg!
Prof. Dr. Susanne Popp
für die Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD)