Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.
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Arbeitskreis "Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht"

Peter Lautzas

 

Mit dem folgenden Aufruf soll erneut der Versuch unternommen, aus den Reihen der Didaktiker und Schulpraktiker Interessenten zu gewinnen, die in dem oben genannten Arbeitskreis mitzuarbeiten gewillt sind. Dass diese Thematik eine längst überfällige Aufgabe für den Geschichtsunterricht darstellt, liegt auf der Hand und kann schwerlich negiert werden. Interessante Diskussionen erwarten Sie also und eine verdienstvolle Tätigkeit.

Leitung:

Prof. Dr. Susanne Popp (Universität Siegen)

Dr. Peter Lautzas (Vorsitzender des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands e.V.)

 

l. Die Ziele des Arbeitskreises

Die Gründung des Arbeitskreises "Welt- und globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht" innerhalb der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) und in Zusammenarbeit mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. (VGD) dient der Förderung welt- und globalhistorischer Fragestellungen und Betrachtungsweisen in Geschichtsdidaktik und -unterricht.

Den Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit bilden die Entwicklung, Diskussion und ferner auch Erprobung und Präsentation von theoretisch fundierten didaktischen Konzepten sowie von praxisorientierten Modellen und Vorschlägen für eine welt- und globalgeschichtliche Perspektivierung von geeigneten Themen des Geschichtsunterrichts. Dabei geht es nicht um eine Alternative zu den gegebenen Lehrplänen, sondern vielmehr um Erweiterungsmöglichkeiten für die vertrauten Zugänge. Die zentralen Fragestellungen lauten, ob und auf welche Weise man vorhandene Themenkomplexe (oder auch neu entstehende Schwerpunkte zur europäischen Geschichte) in welt- und globalgeschichtliche Kontexte einordnen und auf diese Weise neu akzentuieren könnte. Dabei soll die Stärkung einer globalen Dimension des Geschichtsunterrichts nicht nur ein Geschichtsbewusstsein fördern, das aktuelle Globalisierungserfahrungen einbezieht, sondern besonders auch das Verständnis jener Geschichte vertiefen, die wir in regionaler, nationaler und europäischer Hinsicht als unsere eigene begreifen.

 

Der Arbeitskreis orientiert sich einerseits an aktuellen Konzepten der deutschen Geschichtsdidaktik (z.B. Bedeutung von Fremdverstehen und Perspektivenwechsel, interkulturelle historische Bildung) und erschließt andererseits innovative Impulse aus der internationalen, besonders der angloamerikanischen Didaktik der Welt- und Globalgeschichte für die deutsche Diskussion. Im Unterschied zur weithin vorherrschenden Praxis, Weltgeschichte neben der Nationalgeschichte zu unterrichten, konzentriert sich der Arbeitskreis jedoch darauf, in einem integrativen Verfahren welt- und globalgeschichtliche Perspektiven für die vertrauten Themen unserer Geschichts(unterrichts)kultur sichtbar zu machen. Da historische Bildung eng mit Lebenswelt und Identität verbunden ist, erscheint es gerade auch im Hinblick auf die zunehmende Durchdringung von Lokalem und Globalem weniger sinnvoll, die Geschichte der eigenen Gesellschaft und Kultur einer abstrakten "Weltgeschichte" gegenüber zu stellen als vielmehr den Schülerinnen und Schülern die Einsicht zu vermitteln, dass man die je eigene Geschichte auch als Teil der Weltgeschichte bzw. in globalen Zusammenhängen betrachten kann.

 

2. Die Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft im Arbeitskreis steht insbesondere den Mitgliedern von KGD und VGD (d.h. Geschichtslehrerinnen und -lehrern, Geschichtsdidaktikerinnen und -didaktikern, Studierenden des Faches Geschichte) sowie auch Geschichtslehrerinnen und -lehrern im Allgemeinen und Historikerinnen und Historikern offen, die sich für welt- und globalgeschichtlichen Fragestellungen in didaktischer Perspektive interessierten.

 

3. Zur geplanten Arbeitsweise

Die Mitglieder des Arbeitskreises befassen sich - möglicherweise in Projektteams - mit ausgewählten Problemen und Themen einer welt- und globalgeschichtlichen Perspektivierung von und im Geschichtsunterricht. Folgende Arbeitsfelder stehen dabei im Vordergrund: die Beschäftigung mit theoretischen Fragen und aktuellen Forschungsergebnissen einer zeitgemäßen Welt- und Globalgeschichte in geschichtsdidaktischer Perspektive, die Diskussion von internationalen welt- und globalgeschichtlichen Curriculum-Modellen und Unterrichtsbeispielen im Hinblick auf mögliche Anregungen für den deutschen Geschichtsunterricht, die Analyse deutscher Lehrpläne und Lehrwerke (auch: Unterrichtsmaterialien) für das Schulfach Geschichte im Hinblick auf eine mögliche welt- und globalgeschichtliche Perspektivierung, die Erstellung von Unterrichtsmodellen, die an gegebene Lehrplan-Themen anschließen und hiervon ausgehend mit geeigneten Themen- und Fragestellungen welt- und globalgeschichtliche Perspektiven entfalten.

 

Es ist geplant, jährliche Arbeitstreffen einzurichten (eines davon im Zweijahresrhythmus im Zusammenhang mit der Veranstaltung der "Konferenz für Geschichtsdidaktik") und Arbeitsergebnisse (z.B. im Internet) zu publizieren. Ein besonderes Anliegen ist es, interessierte Nachwuchskräfte (Studierende, Referendarinnen und Referendare sowie junge Lehrerinnen und Lehrer) zu gewinnen und Qualifikationsarbeiten auf den genannten Gebieten anzuregen.

 

4. Gründungssitzung auf der nächsten Zweijahres-Tagung in Meißen im Oktober dieses Jahres

Geplant sind dabei:

- Vorstellungsrunde (Interessenlagen)

- Diskussion des Exposes

- Planung erster Arbeitsschritte



Mit freundlicher Unterstützung durch

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